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TU Berlin

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Start des „Blue Responsibility Award: Manufacturing for a Sustainable Terra Preta Sanitation System“

Zusammenfassung: Rund 40% der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu einem funktionierenden Abwassersystem. Der Bedarf an nachhaltigen Lösungen für dieses Problem ist groß. Um die breiten Anwendungsmöglichkeiten für nachhaltige Produktionstechnik aufzuzeigen, haben die Organisatoren der zwölften „Global Conference on Sustianable Manufacturing“ (GCSM) einen neuen Wettbewerb ins Leben gerufen: den „Blue Responsibility Award: Manufacturing for a Sustainable Terra Preta Sanitation System“.

Lupe

Nach Angaben von UN Water haben rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu einem funktionierenden Abwassersystem. Es wird geschätzt, dass alle 20 Sekunden ein Kind aufgrund von mangelnder Hygiene stirbt. Eine Ursache hierfür ist die große Menge an ungeklärten Haushaltsabwässern, die an die Umwelt abgegeben werden und dadurch Krankheiten verursachen.

In Regionen, in denen wasserbasierte Sanitärsysteme verbreitet sind, treten andere Probleme in den Vordergrund. In Deutschland beispielsweise werden pro Person durchschnittlich 35 Liter Trinkwasser für die täglich etwa ein bis anderthalb anfallenden Kilo Urin und Fäkalien verwendet. In anderen Worten: Es wird 35 mal mehr Wasser verwendet um die Ausscheidungen zu entsorgen als diese selbst ausmachen. Neben dem hohen Wasserkonsum ist der Bau und Erhalt der gesamten Infrastruktur wie Leitungen, Kanäle und Kläranlagen ressourcenintensiv und Hauptkostentreiber bei der Wasserversorgung und -entsorgung. Zudem unterbricht die systematische Entfernung menschlicher Ausscheidungen, die dem Boden nicht wieder zugeführt werden, den Nährstoffkreislauf und verarmt damit den Boden. Dies führt zu Bodenerosion und erhöhtem Bedarf an chemischen Düngemitteln.
Infolgedessen sind aktuell verfügbare wasserbasierte Abwassersysteme auf der einen Seite unzureichend zugänglich für Entwicklungsländer und auf der anderen Seite ökologisch ineffizient, so wie sie in den frühindustrialisierten Ländern entwickelt wurden. Es besteht also ein Bedarf an ökologischeren und ökonomischeren Alternativen. Eine Möglichkeit dem Problem Abhilfe zu schaffen, sind die sogenannten Terra Preta Sanitärsysteme. Sie basieren auf einer Trennung von feste und flüssige Ausscheidungen sowie einer mehrstufigen Behandlung der Ausscheidungen wie anaerober Fermentierung und Kompostierung. Diese Sanitärsysteme erlauben es Exkremente zu sammeln, um sie als nährstoffreichen Dünger wieder an die Erde zurück zu geben und damit ein geschlossenes Kreislaufsystem zu ermöglichen (siehe Grafik). Diese Systeme böten zwei Vorteile. Die Gesundheitsbelastung durch schlechte Hygiene würde reduziert während gleichzeitig auf natürliche und ökologische Weise ein Düngemittel gewonnen würde. Obwohl dieser Kreislauf bereits grob skizziert und prototypisch implementiert wurde, gibt es noch kein marktreifes Produkt für eine breite Anwendung.
Um dies zu ändern haben die Organisatoren der GCSM heute einen internationalen Wettbewerb für den Entwurf eines nachhaltigen Terra Preta Sanitärsystems ins Leben gerufen: Das Ziel ist, ein umfassendes Sanitärsystem zu entwerfen und prototypisch herzustellen, das Wert aus dem schöpft, was heute als Abfall gesehen wird und auf der anderen Seite so wenig Ressourcen (Infrastruktur, Wasser) wie möglich benötigt und damit sowohl in den urbanen Räumen der früh industrialisierten Länder als auch in aufstrebenden Ländern anwendbar ist. 10.000 Euro Preisgeld werden unter den besten Beiträgen aufgeteilt. Die unabhängige Jury wird von Professor Gunter Pauli, dem Gründer der „Blue Economy Initiative“, geleitet. Die Gewinner werden im Rahmen der 12. CIRP Global Conference on Sustainable Manufacturing am 24. September 2014 in Johor Bahru, Malaysia, bekannt gegeben. Weitere Einzelheiten auf www.gcsm.eu/special_events.

Kontakt:
Johannes Seidel, M.Sc.
Technische Universität Berlin
Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb
Fachgebiet für Montagetechnik und Fabrikbetrieb
Adresse: PTZ 2, Pascalstr. 8-9, 10587 Berlin
Tel.: +49 (0)30/314 – 75835
E-Mail: seidel@mf.tu-berlin.de

 

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