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TU Berlin

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Das Do-It-Yourself Fahrrad

In aller Kürze: Wie wäre es, wenn wir unsere Waren des täglichen Gebrauchs selbst bei uns zuhause herstellen könnten? Nur eine verrückte Idee oder vielmehr die Produktionsart der Zukunft? Eine Gruppe von fünf Studenten der TU Berlin haben einmal versucht das Potential für „Produktion von Zuhause“ am Beispiel des Fahrrads zu erforschen. Ihre Herausforderung: Ein Fahrrad zu entwerfen, dass jeder zuhause nachbauen kann. Drei Monate lang arbeiteten sie an einem Entwurf um am Ende entstand das „Do-It-Yourself bicycle“. Hier gibt es die ganze Geschichte.

Aufgrund der neuen Möglichkeiten des Wissensaustausch den das Internet bietet und neuen günstigen Produktionsmaschinen (vor allem 3-D Drucker) entsteht ein neues Produktionsparadigma: „Peer-Production“. Die Güterherstellung, die bisher fast ausschließlich in der Hand von Unternehmen und Spezialisten lag, wird nun für jedermann zugänglich. Große „Manufacturing Communities“ arbeiten bereits jetzt weltweit zusammen um gemeinsam Produkte zu entwerfen, die frei zugänglich sind, und einfach auf lokaler Ebene herstellbar sind. Was bisher nur eine romantische Idee zu sein scheint, bietet vielfältige Vorteile im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Zunächst einmal werden die Produkte lokal hergestellt und unterstützen damit regionale Lieferketten und erzeugen eine lokale wirtschaftliche Dynamik. Außerdem sorgen die selbstständige Herstellung und Reparatur sowie die individuelle Anpassbarkeit der Güter für eine effiziente Materialverwendung.

Um die Umsetzbarkeit dieses Paradigmas auf die Fahrradbranche zu testen, machten sich fünf Studierende der TU Berlin an die komplizierte Aufgabe, ein Fahrrad zu entwerfen, dass man „Zuhause“ herstellen kann. Dabei sollten sie sich an verschiedene Kriterien halten. Zum einen sollten nur einfache, im Einzelhandel erhältliche Teile, wie Aluminiumprofile und standardisierte Fahrradteile verwendet werden. Weiterhin sollten alle Produktionsschritte mit einfachen Werkzeugen wie Sägen, Bohrern und 3-D Druckern durchgeführt werden können. Zu guter Letzt sollte das Fahrrad auch von den Benutzern frei veränderbar sein und möglichst viele Teile durch einfache Demontage wiederverwendbar sein.

Nach mehreren Wochen intensiver Arbeit im Computerlab war das „Do-it-yourself bike“ geboren. Das vollkommen funktionsfähige Fahrrad steht herkömmlichen Fahrrädern in nichts nach. Der Rahmen ist ausschließlich aus Standard Aluminium Teilen zusammengebaut und kann komplett auseinander gebaut werden. Dadurch kann es den individuellen Bedürfnissen der Nutzer angepasst werden. Das Prinzip könnte man mit den bekannten Legosteinen vergleichen. Theoretisch sind die Möglichkeiten der Anpassung und Veränderung unendlich. Das Fahrrad kann auch von Amateuren innerhalb von vier Stunden zusammengebaut werden. Im nächsten Schritt werden die Baupläne und die Dokumentation des Projekts online verfügbar gemacht werden, damit jeder sich selbst ein DIY-Bike bauen kann.

Dennoch muss das Produkt weiterentwickelt werden und Szenarien für begleitende Geschäftsmodelle etnwickelt werden. Bisher ist es auch noch nicht möglich, das gesamte Fahrrad aus Standardteilen herzustellen, weshalb auch vorgefertigte Halbprodukte verwendet wurden. Dennoch, der Prototyp des „Do-It-Yoursself Fahrrads“ zeigt, dass diese Art von Wertschöpfung möglich ist.

Dieses Projekt ist nur ein Beispiel für die kreative Forschung innerhalb des Sonderforschungsbereich 1026 „Sustainable Manufacturing – Shaping Global Value Creation“ vorangetrieben wird. Auch andere Konzepte, wie z. B. Standardverbindungen zur selbstständigen Herstellung von Bambusrahmen für Fahrräder. Zusammen demonstrieren diese Projekte die Möglichkeiten für zukünftige nachhaltige Produktionskonzepte.

Dieses Projekt wurde in Kooperation mit „Cycle en Transition“ (F) und mithilfe der Fahrradselbsthilfewerkstatt FAHRBbar durchgeführt.

 

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